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      Stadtmarketingverband Warstein e.V.

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Rundweg durch 380 Millionen Jahre Erdgeschichte

Diamantenpark Suttrop

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Der vom Heimatverein Suttrop sorgfältig aufgebaute Steinlehrpfad "Diamantenpark Suttrop" wurde von Franz Ademmer fachlich erläutert und vom Stadtmarketing Warstein e.V. beschildert.
Der Diamantenpark will dem Besucher einige der zahlreichen Gesteinsarten vorstellen, die im Warsteiner Raum zu Tage treten, vor allem die wirtschaftlich genutzten. Sie gehören teils dem Erdaltertum (Devon - Karbon, 380 - 300 Mill), teils dem Ende des Erdmittelalters (Kreide 100 - 85 Mill.) an. Fast alle sind aus Meeresablagerungen entstanden und werden als Sedimente bezeichnet. Die Devon-/Karbonschichten sind jedoch durch die variszische Gebirgsbildung stark gefaltet und verformt worden, während die viel jüngeren kreidezeitlichen Grünsande und Kalke fast ungestört tafelförmig aufliegen. Die Grenze zwischen diesen so unterschiedlich alten Formationen folgt in etwa der Haarstrang-Höhe. Das älteste heimische Gestein - der Massenkalk - erscheint, bedingt durch die gebirgsbildende Aufwölbung, als Höhenzug, der rings von jüngeren Gesteinen, wie Kramenzelkalk, Grauwacke und Tonschiefer umgeben ist. Er bildet damit ein „geologisches Fenster“, das einen Blick in die älteste Vergangenheit ermöglicht. Der Massenkalk wird fast überall, wo er südlich des Standortes zu Tage tritt, auf breiter Front in mehreren großen Steinbrüchen als wertvoller Rohstoff abgebaut.

Heimatverein Suttrop e.V., 2002

Folgende Steine sind im Diamantenpark ausgestellt und nachstehend beschrieben:

Massenkalk
Calzit (Kalkspat)
Diabas (Grünstein)
Kramenzelkalk
Schlagwasserbreccie
Rüthener Grünsandstein
Anröchter Grünsandstein
Hornstein
Suttroper Quarze ("Diamanten")

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Erläuterungen: Franz Ademmer, Grafik: Gerd Flaig

 

 

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So erreichen Sie vom Ort Warstein-Suttrop aus den Steinlehrpfad (Diamantenpark):

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Massenkalk (380 Mill.)

ist das älteste in näherer Umgebung anstehende Gestein. Es besteht aus fast reinem kohlensauren Kalk (CaCO3). Dieser bildete sich aus dem Schutt ehemaliger Riffe, die in einem tropischen Meer von Korallen und anderen kalkabsondernden Meeresbewohnern über Untiefen aufgebaut wurden. Trotz seiner Härte ist er sehr empfindlich gegen Säuren, was verbreitet zu Spaltenund Höhlenbildung führt. Von der Steinindustrie wird er als wertvoller Rohstoff großflächig abgebaut.

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Diabas (Grünstein) (380 Mill.)

Das einzige „Ergußgestein“ in der Runde. Es entstand aus glutflüssiger Schmelze, die aus der Erdkruste aufstieg und aus untermeerischen Vulkanen austrat. Die erkaltende Lava bildete dabei zum Teil im Abrollen von den Vulkanhängen Gesteinskugeln von erheblichem Durchmesser aus. Die Zeugen dieses uralten Vulkanismus werden heute im Raum Meschede bis Brilon abgebaut. Charakteristisch für dieses Gestein ist seine körnige Ausbildung, die graugrüne Farbe und vor allem seine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Säuren und Wasser. Daher ist es für den Wasserbau und als Bahnschotter besonders geeignet.

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Kramenzelkalk (350 Mill.)

Deutlich lagenartig abgesetzter knolliger Kalkstein, der durch tonig, schluffige Zwischenmittel gebändert erscheint. Der feinkörnige, harte Stein wurde lange als technischer Marmor gewonnen (Steinbruch Kattensiepen.) und zu Bodenbelägen, Fensterbänken u.A. verarbeitet. Der Name geht auf die Ameisen (plattdeutsch: „Kramenzel“) zurück, die gern in dem verwitterten Stein nisten.

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Schlagwasserbreccie (ca. 330 Mill.)

Als Ergebnis untermeerischer Rutschungen an Riffsteilhängen entstand diese Breccie aus Gesteinsbruchstücken verschiedener Zeitalter des Erdaltertums. Durch ein kalkiges Bindemittel wurden die eckigen, scharfkantigen Bruchstücke zu einem natürlichen Beton verkittet. Der Name leitet sich von dem Flüsschen „Schlagwasser“ bei Kallenhardt ab.

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Rüthener Grünsandstein (100 Mill.)

Vergleichsweise junger Sandstein, der durch das eingelagerte Eisenmineral Glaukonit (8%) eine typische Grünfärbung erhält. Der Sandstein ist Beweis für eine Meeresüberflutung des Suttroper Gebiets während der Kreidezeit. Die ehemals bis 2m mächtigen Schichten sind in Suttrop allerdings bis auf spärliche Reste in Schlotten und Spalten der Erosion zum Opfer gefallen. Der früher sehr geschätzte Baustein wird zur Zeit noch in der Nachbargemeinde Rüthen abgebaut.

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Anröchter Grünsandstein (85 Mill.)

Wie der ältere Rüthener Grünsandstein durch Glaukonitkörner blau-grün gefärbtes Gestein, das aber einen relativ hohen Kalkgehalt hat und insofern seinem Namen „Sandstein“ nicht ganz gerecht wird. Die typische Schicht lässt sich entlang der B1 über Soest, Unna bis Essen verfolgen. Ein ebenfalls sehr guter Baustein, der in Anröchte in großen Brüchen gewonnen wird. Zahlreiche Versteinerungen (Seeigel, Muschel, Fische, Ammoniten etc.) veranschaulichen die Lebenswelt der Kreidezeit zur Zeit der Saurier.

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Hornstein (ca. 25 Mill.)

Ursprünglich ein Kalk- oder Sandstein, der durch nachträgliche Imprägnation mit Kieselsäure zur Quarzfels umkristallisiert wurde. Die außerordentlich harten Felsbrocken sehen nordischen Findlingen sehr ähnlich, sind aber ihrer Herkunft nach grundverschieden. Als einheimisches Gestein wurden sie von der Verwitterung herauspräpariert und finden sich von der Bilstein-Höhle bis zum Hohlen Stein. Der Stein ist beliebt zur Sicherung von Ecken und Einfahrten sowie im Landschaftsbau.

Suttroper Quarze (25 Mill.)

In der Erdneuzeit erlebte auch der Warsteiner Raum die Auswirkung heftiger Unruhephasen der Erdkruste. Heiße Lösungen aus dem Erdinnern konnten auf Rissen und Spalten aufsteigen und brachten Erze (Kupfer und Eisen) und vor allem Kieselsäure mit sich zur Oberfläche. Die Suttroper Quarze sind wie die Hornsteine und Eisenkiesel Resultat verschiedener solcher Verkieselungsphasen im heimischen Raum. Meist finden sich die Einzelkristalle durch Verwitterung freigelegt in den oberen Bodenschichten. Der Block zeigt sie in ursprünglicher Lagerung, da das Muttergestein zufällig ebenfalls durch Vererzung und Verkieselung gehärtet wurde.

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